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Geschrieben von Chretien, Karl-Heinz
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Bücherkisten
Da stehen sie also wieder vor mir, die sieben Bücherkisten, die wir vor ziemlich genau zwei Jahren in unsere Jugendbaracke getragen haben. Damals, als wir den Mitarbeiterraum renovierten und dabei die alte massige Bücherwand abgebaut und zum Raumteiler umgestaltet haben. Seitdem wartete die CVJM-Mitarbeiterbücherei in der hintersten Ecke des Zeltlagerraums auf ihre Wiederentdeckung und Wiedererweckung. Und seitdem laufe ich pflichtbewusst mit einem schlechten Gewissen durch die Gegend, denn man müsste doch mal......Ja, und jetzt ist es soweit.
Ich schaue mir jedes Buch mehr oder weniger genau an und beginne zu
sortieren. Viele der Bücher, ein gutes Drittel des Bestandes, landet im
Altpapier. Entweder schon zu angestaubt und antiquiert, von der Zeit
überholt, theologisch nicht tragbar oder für die praktische Arbeit von
Ehrenamtlichen einfach nicht brauchbar. Ein anderer Teil der Literatur
landet in einer Kiste für unser GerhardLöfflerFreizeitheim. Das sind
entweder Abenteuerbücher oder schmucke Bildbände. "Falls sich mal
jemand auf einer Freizeit langweilt...", denke ich.
Der Rest der Bücher, die für mich noch als Mitarbeiterbüchereitauglich
gelten, wird fein säuberlich in verschiedene Kategorien sortiert:
Spielebücher, Gruppenpraxis, Bibelkommentare und wörterbücher,
Glaubensthemen, Andachtsliteratur, usw. Die verstaue ich dann im
Raumteiler.
"Komisch ", denke ich, "ganze zwei Jahre verschlafen. Und keiner hat
euch vermisst. Keiner hat in der ganzen Zeit nach euch gefragt.“ Sind
Arbeitsbücher aus der Mode gekommen? Sucht man seine Gruppenstunden und
Andachten heute gänzlich im Internet? Fehlt der G8gestressten Jugend
gar die Zeit um Gruppenstunden noch gründlich vorzubereiten und dafür
Bücher zu wälzen? (Gegen letzteres spricht allerdings die Beliebtheit
unserer Jungscharstunden). Na, jedenfalls steht die Mitarbeiterbücherei
jetzt wieder und wartet auf fleißige Benutzer.
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