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„Jede Woche ist anders“ - unterwegs mit dem CVJM-Jugendsekretär Thorben Lais
Die MAZRedaktion begleitete den CVJMJugendsekretär Thorben Lais einen Tag lang, um einen kleinen Einblick in den spannenden und abwechslungsreichen Berufsalltag eines Hauptamtlichen in der christlichen Jugendarbeit zu bekommen.
Nicht immer um 6:00 Uhr aufstehen
Heute beginnt der Tag für Thorben um 6:00 Uhr. Das ist früh, sehr früh für ihn, wenn man bedenkt, dass seine Arbeitstage selten vor 22:00 Uhr enden. Gestern Abend war es 22:15 Uhr, als er die Haustür hinter sich schloss. Davor hatte er eine zweistündige Sitzung mit den Hauptamtlichen der "Evangelischen Jugendallianz Erlangen". Heute hat er seinen ersten Termin bereits um 8:30 Uhr mit der MAZRedaktion zum Interview am Frühstückstisch. Davor muss er noch einige Hausarbeiten erledigen, die sich in den letzten Tagen angesammelt haben. Manche Tage sind dicht gedrängt mit Terminen, und erfordern einen 12StundenDienst. Da bleibt dann auch mal einiges liegen. An anderen Tagen hat Thorben etwas mehr Zeit und Luft auch für private Dinge, oder auch um auszuschlafen. Insgesamt muss es sich ausgleichen, damit der Überstundenberg nicht zu groß wird und das Privatleben nicht zu kurz kommt, denn Arbeit gibt es im CVJM immer mehr als genug....
Zeit zur Besinnung
Seinen Tag beginnt Thorben immer mit einem „ordentlichen
Frühstück“ und einer „Stillen Zeit“. Dazu liest er die Tageslosung der
Herrnhuter Brüdergemeine („Jugendausgabe“) und nimmt sich Zeit zur
Besinnung und zum Gebet. Nachdem er sich frisch gemacht hat, geht es an
manchen Wochentagen dann erst mal ins CVJMBüro. Heute allerdings nicht
auf direktem Weg.
Mit der Knutschkugel in die Altstadt
Um 9:30 Uhr steigt Thorben in seine „Knutschkugel“ (so wird sein roter
Kleinwagen von manchen CVJMMitarbeiterinnen liebevoll genannt) und
fährt zum Büro der Erlanger Altstadtgemeinde. Hier hat er um 10:00 Uhr
eine Besprechung mit Pfarrerin Stefanie Mangold. In der
Altstadtgemeinde arbeitet Thorben am „Grünen Tisch“, einem offenen
Angebot, mit und begleitet und schult die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Jungschar, Jugend und Konfirmandenarbeit. Pfarrerin
Mangold kommt gerade frisch aus dem Erziehungsurlaub, und so ist das
Ziel der Besprechung, sie auf den aktuellen Stand ihrer
Gemeindejugendarbeit zu bringen. Pfarrerin Mangold ist überzeugt, dass
Thorben in der Altstadtgemeinde eine „super Arbeit macht“, und sie ist
sehr begeistert von der Art, wie er die Jugendlichen in der Altstadt
schon nach einer kurzen Anlaufphase motiviert hat, mit auf eine
Freizeit zu fahren. Für Thorben ist die Arbeit in der Altstadtgemeinde
ein „spannendes Arbeitsfeld“. Die jungen Menschen, mit denen er es hier
zu tun hat, haben eine andere Prägung und andere Altersstufen als im
CVJM, und Thorben freut sich darüber, dass er hier mal ganz andere
Berufserfahrungen sammeln kann.
Prioritäten setzen
Von der Altstadtgemeinde geht es nahtlos weiter ins CVJMBüro, wo
Thorben um 11:45 Uhr eintrifft. Hier werden erstmal EmailAnfragen
beantwortet, einige dringende Telefonate geführt, und es warten noch
verschiedene Vorbereitungsarbeiten für die JungenjungscharOsterfreizeit
im Waldheim, die Thorben in diesem Jahr leitet. Vor allem muss er heute
mit Andi noch Bastelangebote für die Freizeitteilnehmer planen. „Jetzt
im ersten Berufsjahr“, so Thorben, „ist es für mich eine der
schwierigsten Aufgaben, bei der Vielzahl von Arbeiten in diesem
Berufsfeld die richtigen Prioritäten zu setzen und das zu tun, was am
notwendigsten erledigt werden muss, die andern Aufgaben dabei aber
nicht aus den Augen zu verlieren.“
Eine lange Mittagspause
Um 13:00 Uhr steigt Thorben wieder in sein Auto. Jetzt hat er
dreieinhalb Stunden Pause. Die verbringt er in seiner Wohnung in
Spardorf und nimmt sich die Zeit heute ganz zum Relaxen, denn der Abend
verspricht noch lange zu werden.
Freude über Spielestunde
Der Abenddienst beginnt heute um 16:30 Uhr. Da macht sich
Thorben auf den Weg zum evangelischen Gemeindehaus nach Tennenlohe. Von
17:00 Uhr bis 18:30 Uhr findet hier jeden Donnerstag die
Jungenjungschar „Panther“ statt. Die leitet Thorben zusammen mit Andi
und Simon. Sechs Jungen warten auf die drei CVJMMitarbeiter und freuen
sich riesig, dass es heute eine Spielestunde gibt. Entsprechend
motiviert beteiligen sie sich auch an dem bunten Spieleprogramm.
Vom Zeitloch zum Teamtreffen
Nach der Jungscharstunde fährt Thorben nochmal für eine
dreiviertel Stunde nach Hause. Er hat ein kleines „Zeitloch“, denn der
nächste Termin ist erst wieder um 20 Uhr. Da gibt es ein Teamtreffen
der Verantwortlichen für die Jungschar und Jugendarbeit des Vereins bei
Annette in Sieglitzhof. Solche Teamtreffen finden alle zwei bis drei
Monate statt und besprochen wird alles, was für die laufende praktische
Arbeit gerade wichtig ist. Heute sind es Rückblicke auf die vergangene
Winterfreizeit und das Mitarbeiterseminar, die aktuelle Besetzung der
Gruppenleitungsteams, notwendige Bestellungen von Arbeitsmaterial, aber
auch Planungen für kommende Freizeiten und Aktionen. Die Tagesordnung
für diesen Abend ist lang, aber dank der konzentrierten Mitarbeit aller
Beteiligten ist sie doch schon um 22:30 Uhr durchgearbeitet, nicht wie
befürchtet erst nach 23:00 Uhr. Noch ein Abschlussgebet und nun ist
auch Thorbens Arbeitstag zu Ende. Ein ganz normaler Arbeitstag, der
kein normaler Arbeitstag ist. Denn in Thorbens Beruf ist jeder Tag
anders als der vorherige und jede Woche hat, neben seinen drei festen
Gruppenterminen, viele neue und unterschiedliche Aufgaben und Termine.
Aber gerade diese Abwechslung ist eine Facette, die Thorben an seinem
Beruf liebt.
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